Die Auflösung der Allmende

Sicherlich war die Allmende für die Landwirtschaft der vergangenen Jahrhunderte bedeutungsvoll gewesen, aber im achtzehnten Jahrhundert war sie für die sich andeutende Entwicklung zur intensiven Landwirtschaft immer mehr eine große Belastung geworden. Durch die Einführung neuer Hackfrucht- und Grünfutterkulturen - vor allem der Kartoffel, aber auch z. B. des Klees - vollzog sich eine grundlegende Änderung im Feldanbau.

Bei der Dreifelderwirtschaft, die vorher betrieben wurde, lag jedes Flurstück alle drei Jahre brach, damit sich der Boden, der immer gleich bestellt wurde, erholen konnte. Nun konnten stattdessen Kartoffeln, Rüben, Wurzeln oder Klee angebaut werden. Nicht nur für die menschliche Ernährung war diese Erneuerung von unschätzbarem Wert, sondern die Stallfütterung konnte auch viel abwechslungsreicher gestaltet werden. Große Gebiete nur zur Hude zu nutzen, war demgegenüber so unergiebig für die Bauern aber auch für den Landesherrn, dass in Lippe die Gemeinheiten aufgrund einer Verordnung von 1777 aufzulösen waren. Die RetzerTeilungsverhandlungen begannen 1809 und dauerten bis 1836. Sie gestalteten sich sehr langwierig, da die Vorschläge des Amtes Schötmar wiederholt von den Betroffenen verworfen wurden. Es war auch sehr schwierig, Viehnutzungs-, Mast- und Holznutzungsrechte gegeneinander aufzurechnen. Auch sollten die Einlieger, die inzwischen ebenfalls Vieh auf die Hude trieben, nach einer Forderung der Regierung mitbedacht werden. Schließlich wurde die Retzerheide auf die Kötter verteilt und das Retzer Bruch und die Waldgebiete im Nordosten auf die Meier. Das Rittergut Papenhausen bekam einen Teil, auch Hölser und Holzhauser Bauern erhielten kleinere Stücke.Für die 1814 im Dorf erbaute Schule (heute Lebensmittelgeschäft Schäfermeier) hatte man vorweg im Austauschverfahren 4½ Scheffelsaat abgegeben.

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